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Vertragen sich diese Materialien?
Holz, Schrauben, Metall, Anstrich und Dichtstoff gemeinsam prüfen: Der Check zeigt, wo Gerbsäure, Kontaktkorrosion oder ein unpassender Kleber dein Projekt angreifen, und was stattdessen passt.
1. Wo wird gebaut?
2. Was kommt zusammen?
Alles antippen, was sich berührt oder übereinander liegt.
Wähle mindestens ein Material.
Welche Schrauben für welches Holz?
Die meisten Schäden an Gartenbauten beginnen an der Schraube. Gerbstoffreiche Hölzer wie Lärche, Douglasie und Eiche, säurehaltiges Thermoholz und kupferimprägniertes KDI-Holz greifen Zink an. Die Faustregel: draußen Edelstahl A2, bei Salz und Chlor A4.
| Holz | Schrauben | Winkel und Beschläge | Nicht nehmen |
|---|---|---|---|
| Lärche, Douglasie | Edelstahl A2 | feuerverzinkt oder Edelstahl | galvanisch verzinkt |
| Eiche, Edelkastanie, Robinie | Edelstahl A2, vorbohren | Edelstahl; feuerverzinkt verfärbt bei Nässe | galvanisch verzinkt, blanker Stahl |
| Thermoholz | Edelstahl A2, an Fassaden A4, vorbohren | Edelstahl | jede Art von Zink |
| Kiefer KDI | Edelstahl A2, im Erdkontakt A4 | feuerverzinkt oder Edelstahl | galvanisch verzinkt, Aluminium |
| Fichte, Tanne | überdacht verzinkt, bewittert Edelstahl A2 | feuerverzinkt | galvanisch verzinkt im Regen |
| WPC | Systemclips und Edelstahlschrauben des Herstellers | nach Herstellerangabe | feste Verschraubung ohne Dehnungsspiel |
Welche Metalle vertragen sich?
Berühren sich zwei verschiedene Metalle und kommt Wasser dazu, entsteht ein kleines Element: Das unedlere Metall löst sich am Kontakt auf. Das nennt man Kontaktkorrosion. Entscheidend sind die Nässe und das Flächenverhältnis: Eine kleine Edelstahlschraube in einem großen Aluteil ist meist unkritisch, eine Aluniete in einem Edelstahlblech nicht.
| Edelstahl | Aluminium | Zink (verzinkt) | Kupfer | Cortenstahl | |
|---|---|---|---|---|---|
| Edelstahl | · | trennen | trennen | passt | passt |
| Aluminium | trennen | · | passt | vermeiden | trennen |
| Zink (verzinkt) | trennen | passt | · | vermeiden | trennen |
| Kupfer | passt | vermeiden | vermeiden | · | trennen |
| Cortenstahl | passt | trennen | trennen | trennen | · |
„Trennen“ heißt: bei Nässe Kunststoffscheiben, Folie oder Anstrich dazwischen. Unter Dach und im Trockenen ist Kontaktkorrosion kaum ein Thema.
Alle Regeln im Check
Holz und Verbindungsmittel
- Problem Gerbsäure und verzinkter Stahl. Die Gerbsäure im Holz löst die dünne Zinkschicht und bildet tintenschwarze Flecken um jede Schraube. Schrauben, Nägel und Klammern aus Edelstahl A2 nehmen.
- Achtung Gerbsäure und feuerverzinkte Beschläge. Feuerverzinkte Winkel halten länger, bei Nässe verfärbt sich das Holz am Kontakt trotzdem dunkel, bei Eiche besonders stark. Schrauben in Edelstahl A2; wo es auf die Optik ankommt, Edelstahlbeschläge.
- Achtung Gerbstoffholz und Draht. Verzinkter Draht und verzinkte Klammern korrodieren am Holz und verfärben es. Klammern aus Edelstahl nehmen, bei dauerhaft nassem Kontakt auch Edelstahldraht.
- Problem Thermoholz und Zink. Durch die Hitzebehandlung enthält Thermoholz Säuren, die Zink angreifen. Edelstahlschrauben nehmen, an Fassaden und bei Dauernässe A4.
- Problem KDI-Holz und galvanisch verzinkte Schrauben. Die kupferhaltige Imprägnierung greift dünne Zinkschichten an, die Schrauben rosten nach wenigen Jahren durch. Edelstahl A2 oder feuerverzinkt nehmen, im Erdkontakt am sichersten A4.
- Problem KDI-Holz und Aluminium. Kupfersalze aus der Imprägnierung lassen Aluminium bei Nässe korrodieren. Mit Folie oder Kunststoffunterlage trennen.
- Passt Edelstahl im Holz. Edelstahl verträgt Gerbsäure, Säuren aus Thermoholz und die Imprägnierung von KDI-Holz. A2 reicht im Garten, A4 bei Salz, Chlor und Dauernässe.
- Passt KDI-Holz und feuerverzinkte Beschläge. Die dicke Zinkschicht hält der Imprägnierung lange stand. Für Winkel und Pfostenträger in Ordnung.
Metall an Metall
- Problem Kupfer an Zink oder Aluminium. Bei Nässe löst sich das unedlere Metall. Auch Regenwasser, das über Kupfer läuft, greift Zink und Aluminium darunter an. Kupfer nie oberhalb von Zink oder Aluminium anordnen.
- Achtung Edelstahl an Aluminium. Bei Nässe korrodiert das Aluminium am Kontakt. Edelstahlschrauben in großen Aluteilen sind meist unkritisch, mit Kunststoffscheiben bist du auf der sicheren Seite. Aluschrauben in Edelstahlteilen dagegen nicht.
- Achtung Edelstahl an verzinktem Stahl. Bei Nässe löst sich das Zink am Kontakt schneller. Edelstahlschrauben in feuerverzinkten Winkeln sind wegen der kleinen Edelstahlfläche meist unkritisch. Verzinkte Schrauben in Edelstahlteilen rosten dagegen schnell. Bei Dauernässe mit Kunststoffscheiben trennen.
- Achtung Cortenstahl an Zink oder Aluminium. Kontakt und Rostwasser greifen das unedlere Metall an. Mit Kunststoffscheiben trennen und Edelstahlschrauben nehmen.
- Achtung Cortenstahl und Gerbstoffholz. Rostwasser reagiert mit der Gerbsäure zu schwarzen Flecken. Holz nicht unter Cortenkanten setzen, Abstand halten.
Untergrund
- Problem Aluminium an Beton und Mörtel. Frischer Beton und Zementmörtel sind stark alkalisch und fressen Löcher ins Aluminium. Nicht einbetonieren; Kontaktflächen mit Folie oder Kunststoffunterlage trennen.
- Achtung Cortenstahl auf Beton oder Pflaster. Rostwasser färbt Beton und helles Pflaster dauerhaft. Einen Kiesstreifen oder Abstand einplanen.
- Achtung Holz direkt auf Beton. Stirnholz saugt Wasser vom Beton, der Fußpunkt fault zuerst. Pfostenträger oder Abstandshalter nehmen. Gerbstoffholz färbt hellen Beton außerdem braun.
Salz und Chlor
- Achtung A2 bei Salz und Chlor. An der Küste, am Pool oder mit Streusalz bekommt A2 Lochfraß. Hier A4 (1.4401) nehmen.
- Problem Verzinkter Stahl bei Salz. Die dünne Zinkschicht ist bei Salz in kurzer Zeit verbraucht. Edelstahl A4 nehmen.
- Achtung Feuerverzinkt bei Salz. Salz verbraucht auch die dicke Zinkschicht deutlich schneller. Mit kürzerer Standzeit rechnen oder Edelstahl A4 nehmen.
- Achtung Aluminium bei Salz. Salz verursacht Lochfraß. Eloxiertes oder beschichtetes Aluminium nehmen und regelmäßig abspülen.
Kleber, Dichtstoffe und Anstriche
- Achtung Essig-Silikon an Metall und Beton. Sanitär-Silikon riecht nach Essig: Die Säure greift Metall an und haftet auf Beton schlecht. Hier Neutral-Silikon oder MS-Polymer nehmen.
- Problem Silikon und Anstrich. Silikon lässt sich nicht überstreichen, und auf Silikonresten hält kein Anstrich. Erst streichen, dann abdichten, oder überstreichbares MS-Polymer nehmen.
- Achtung Dichtstoff an Polycarbonat. Nur Dichtstoffe nehmen, die der Plattenhersteller für Polycarbonat freigibt. Essig-Silikon und lösemittelhaltige Kleber können Spannungsrisse auslösen.
- Problem Kleben auf Polyethylen. PE-Platten, Noppenbahn und PE-Folie lassen sich praktisch nicht kleben. Schrauben, klemmen oder mit Leisten befestigen.
- Achtung Öl und Lasur oder Farbe. Auf geöltem Holz haften Lasur und Farbe schlecht. Öl erst abwittern lassen oder abschleifen. Umgekehrt dringt Öl nicht in eine Lasur ein.
- Achtung Leinölfarbe über anderen Anstrichen. Leinölfarbe gehört auf rohes Holz oder auf alte Leinölfarbe. Über Lasur oder Kunstharzfarbe hält sie nicht.
- Problem Kalk auf gestrichenem Holz. Kalk hält nur auf rohem Holz, Putz oder altem Kalk, nicht auf lasierten, lackierten oder geölten Flächen.
- Achtung Frisches KDI-Holz streichen. Frisch imprägniertes Holz ist noch feucht. Erst etwa ein Jahr abwittern lassen, dann streichen.
- Achtung Anstrich auf Kunststoff- und Verbundplatten. WPC, HPL, PE und Polycarbonat sind nicht zum Streichen gemacht. Anstriche haften schlecht oder werden vom Hersteller ausgeschlossen. Pflege nach Herstellerangabe.
- Achtung Gießfolie auf rohem Untergrund. Gießfolie hält nur auf glatten, lackierten Flächen. Auf rohem Holz, Holzwerkstoff oder Beton löst sie sich.
Folien und Bahnen
- Problem PVC-Folie und Bitumen. Die Weichmacher wandern ins Bitumen, die PVC-Folie versprödet. Mit Vlies oder einer Trennlage trennen.
- Problem EPDM und Bitumen. EPDM ist nicht beständig gegen Bitumen und Öle. Getrennt verlegen.
- Achtung PVC- und EPDM-Folie verbinden. Die beiden lassen sich nicht miteinander verkleben oder verschweißen. Für Anschlüsse und Reparaturen beim selben Material bleiben.
- Achtung PVC-Folie an Polycarbonat. Weichmacher aus PVC können in Polycarbonat wandern und Spannungsrisse auslösen. Nicht dauerhaft aufeinanderlegen.
Woher die Regeln stammen
Die Eignungen je Einsatzort stammen aus den Steckbriefen dieser Seite. Die Regeln zur Kontaktkorrosion folgen dem Merkblatt 829 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei („Edelstahl Rostfrei in Kontakt mit anderen Werkstoffen“). Die übrigen Regeln geben verbreitete Verarbeitungshinweise von Holz-, Schrauben- und Dichtstoffherstellern wieder. Der Check ersetzt keine Herstellerangabe: Bei tragenden Bauteilen und Gewährleistungsfragen gilt, was der Hersteller deines Produkts vorgibt.
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